Das verschwiegene Abrechnungschaos
Burgenland Energie bestätigt Verzögerungen nach SAP Umstellung. 13 Haushalte warten trotz öffentlicher Kritik noch immer auf ihre Abrechnung.
Monatelang herrschte Unsicherheit über offene Gasabrechnungen im Burgenland. Erst durch meine IFG-Anfrage wurden konkrete Zahlen und Hintergründe nun öffentlich. Die meisten Fälle sind inzwischen erledigt, doch einige Haushalte warten weiterhin seit über drei Monaten auf ihre Abrechnung.
Monate der Unsicherheit
Viele Burgenländer wussten über Monate nicht, ob ihnen eine hohe Nachzahlung droht oder ob sogar ein Guthaben offen ist. Genau deshalb habe ich als FPÖ-Landtagsabgeordneter eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz an die Burgenland Energie eingebracht, nachdem die zuvor gestellte Landtagsanfrage mit Verweis auf den zu detaillierten Informationsumfang nicht vollständig beantwortet wurde.
Jetzt liegt die offizielle Antwort der Burgenland Energie vor. Erstmals wurden konkrete Zahlen öffentlich gemacht, die bisher weder in Medienberichten noch von der Firma selbst genannt wurden.
167 bestätigte Fälle
Die Burgenland Energie bestätigt, dass insgesamt 167 Kundinnen und Kunden von verspäteten Gasabrechnungen betroffen waren. Ursache sei laut Unternehmen eine SAP-Systemumstellung im Verrechnungssystem Ende 2025. Ein Zusammenhang mit Energiegemeinschaften oder den bekannten Problemen rund um das EDA-System bei Stromabrechnungen wird ausdrücklich ausgeschlossen.
Die meisten Fälle wurden inzwischen abgearbeitet. Trotzdem waren zum Zeitpunkt der Anfragebeantwortung noch immer 13 Gaszählpunkte offen. In diesen Fällen dauert die Verzögerung bereits länger als drei Monate an. Für die betroffenen Haushalte bedeutet das weiterhin Unsicherheit.
Kritik an Kommunikation
Besonders kritisch sehe ich die Kommunikation des landesnahen Unternehmens. Die Burgenland Energie verweist darauf, Ende 2025 „proaktiv“ über das Online Kundenportal und die Kundencenter informiert zu haben. Für viele ältere Menschen oder Haushalte ohne regelmäßigen digitalen Zugang ist das aber zu wenig. Gerade bei sensiblen Themen wie Energieabrechnungen braucht es direkte und nachvollziehbare Information.
Bemerkenswert ist außerdem, dass die Burgenland Energie selbst bestätigt, im Bedarfsfall Ratenzahlungspläne angeboten zu haben. Das zeigt, dass die Verzögerungen durchaus finanzielle Auswirkungen auf betroffene Haushalte haben konnten.
Transparenz erst auf Druck
Die Anfrage hat jedenfalls eines deutlich gemacht: Das Problem war real und keineswegs bloß ein technisches Detail. Erst durch öffentlichen Druck und konsequentes Nachfragen mussten konkrete Zahlen und Hintergründe offengelegt werden.
Für mich ist klar: Gerade ein landesnahes Unternehmen trägt bei der Energieversorgung eine besondere Verantwortung. Systemumstellungen müssen so geplant werden, dass Haushalte nicht monatelang auf ihre Abrechnung warten müssen.
Die Anfrage hat gezeigt, dass Transparenz und öffentliche Kontrolle notwendig waren. Jetzt liegt es an der Burgenland Energie, verlorenes Vertrauen durch verlässliche Abläufe und klare Kommunikation wiederherzustellen.
Euer:




