Wasser für die Industrie, aber nicht für die Menschen?

Trotz massiver Trockenheit und steigender Wasserpreise plant die Landesregierung eine Wasserstoff-Großanlage in Zurndorf. Kritik an Standort, Wasserverschwendung und fehlender Bürgerbeteiligung wird lauter.

Die Pläne für ein Wasserstoffwerk in Zurndorf sorgen zu Recht für Unmut. Während die SPÖ-Grüne-Landesregierung dieses Projekt als Zukunftstechnologie verkauft, ignoriert sie die berechtigten Bedenken aus der Bevölkerung, Landwirtschaft und Umweltschutzkreisen. „Ich bin nicht grundsätzlich gegen Wasserstoff. Ganz im Gegenteil stellt die weitere Forschung und Entwicklung dieses Zweiges für mich eine wünschenswerte Erweiterung der bisher relativ monothematisch geführten Diskussion im Bereich der alternativen Energiegewinnung und Nutzung dar. Aber Zurndorf ist aus unterschiedlichen Gründen der völlig falsche Standort für eine derartige Anlage,“ stellt Landtagsabgeordneter und FPÖ-Bezirksparteiobmann Mario Jaksch klar.

Einer der größten Kritikpunkte ist der massive Wasserverbrauch. Gerade das Nordburgenland kämpft seit Jahren mit zunehmender Trockenheit, wie selbst eine Greenpeace-Studie bestätigt. Große Teile des Nordburgenlands, insbesondere der Seewinkel, stehen vor einer dramatischen Wasserknappheit. Trotzdem plant die SPÖ-Grüne-Landesregierung hier eine Wasserstoff-Großanlage, die immense Mengen unseres wichtigsten Rohstoffs verbrauchen wird. „Was passiert, wenn die Region in den nächsten Dürrejahren erneut vor Engpässen steht? Wer muss dann verzichten? Die Bevölkerung oder die Industrie?“, fragt Jaksch.

Der Wasserleitungsverband Nordburgenland (WLV) hat erst 2023 die Wasserpreise um 30 Prozent und die Grundgebühr um fast 70 Prozent erhöht, mit der Begründung, aufgrund des Klimawandels in die Wasserversorgung investieren zu müssen. Gleichzeitig sollen nun in Zurndorf Hunderttausende Kubikmeter Wasser für die Wasserstoffproduktion verbraucht werden? „Die Landesregierung verlangt von Familien und Haushalten, höhere Preise zu zahlen, aber wenn es um Prestigeprojekte geht, ist plötzlich genug Wasser da. Das ist eine Verhöhnung der Bevölkerung!“, ärgert sich Jaksch.

Neben den wirtschaftlichen und ökologischen Bedenken kommt ein weiteres Problem hinzu: Die Bevölkerung wurde viel zu wenig über dieses Großprojekt informiert und eingebunden. „Solche weitreichenden Entscheidungen dürfen nicht einfach über die Köpfe der Betroffenen hinweg getroffen werden. Die SPÖ und Grüne müssen endlich Transparenz schaffen und die Menschen ernsthaft in die Diskussion einbinden,“ fordert Jaksch.

„Die Wasserstoffproduktion kann und darf nicht auf dem Rücken der burgenländischen Bevölkerung ausgetragen werden. Ich fordere eine ehrliche Diskussion über die Wasserversorgung und Alternativstandorte außerhalb wasserarmer Regionen! Wir brauchen keine Prestigeprojekte, sondern eine Politik, die nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll handelt. Deshalb fordere ich die Landesregierung auf, die Standortwahl zu überdenken und echte Alternativen auf den Tisch zu legen. Unsere Region braucht nachhaltige Lösungen, keine Prestigeprojekte auf Kosten unserer Wasserversorgung!“, so Jaksch.