Mega-Datencenter in Nickelsdorf – 500 Megawatt, unbekannte Investoren und immer neue Fragezeichen!
Jaksch: „Nickelsdorf bekommt eine Propagandashow statt ehrlicher Antworten.“
„Unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigen sich: Das Mega-Datencenter wird vorbereitet, während die Bevölkerung draußen bleiben soll“, erklärt der FPÖ-Landtagsabgeordnete und Bezirksparteiobmann Mario Jaksch zur Präsentation des geplanten 500-Megawatt-Campus in Nickelsdorf.
Bereits gestern wurden Gemeinderäte zu einer Präsentation eingeladen. Nach Rückmeldung eines teilnehmenden FPÖ-Gemeinderats wurden jedoch keine Unterlagen ausgehändigt. Fragen wurden größtenteils unzureichend beantwortet oder auf die noch unbekannten Investoren verwiesen.
Jaksch kritisiert: „Das war eine Propagandashow. Wer einen derart massiven Eingriff vorbereitet, muss Antworten liefern. Wir fordern sie seit dem Sommer und zuletzt im Landtag.“
Für Jaksch trägt das Vorhaben die Handschrift eines windigen Immobilien-Deals: „Die Wirtschaftsagentur besitzt das Gelände. Jetzt sollen 24 Hektar davon zum Datencenter-Campus werden. Dem steht ein völlig unklarer Nutzen für die Bevölkerung gegenüber. Nicht einmal die Zahl der direkten Arbeitsplätze kann Sharma beziffern. Der Nickelsdorfer Bürgermeister sagt nur ‚kaum Arbeitsplätze‘.“
Zusätzlich wirft der Wasserbedarf Fragen zur Einhaltung der eigenen Kriterien auf. Die in der Berichterstattung genannten 20 Millionen Liter Jahresverbrauch lägen bereits knapp ein Drittel über jener 0,05-Prozent-Grenze, die sich aus der amtlich ausgewiesenen burgenländischen Trinkwassermenge ergibt. Zugleich behauptet die Regierung, der geschlossene Kühlwasserkreislauf liege bei nur 0,02 Prozent des burgenländischen Wasserverbrauchs – eine Angabe, die mit der genannten Menge von 20 Millionen Litern im Widerspruch steht. „Wenn die Regierung eine andere Bezugsgröße meint, soll sie ihre Rechnung endlich offenlegen. Ständig unklare und widersprüchliche Zahlen zu präsentieren und trotzdem die Einhaltung aller Kriterien zu behaupten, verstärkt das berechtigte Misstrauen.“
Besonders empörend ist für Jaksch, dass die Öffentlichkeit erst informiert werden soll, wenn ein Investor die Kriterien erfüllt hat: „Erst alles hinter verschlossenen Türen vorbereiten und dann die Bürger vor fertige Entscheidungen stellen. So werden Gemeinderäte und Bevölkerung für dumm verkauft. Wir sind nicht grundsätzlich gegen Rechenzentren. Aber Geheimniskrämerei und eine fragwürdige Standortwahl akzeptieren wir nicht. Erst alle Fakten auf den Tisch, dann entscheiden! Schluss mit PR-Shows und Immobiliengeschacher! Das Burgenland braucht volle Aufklärung und echte Mitsprache. Bisher ist dieses System nur Vorreiter beim Vertuschen, Verschweigen und Verschleiern.“
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